Einen Kleidungsstücksaum von Hand nähen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Einen Kleidungsstücksaum von Hand nähen

Ein sauberer Saum ist ein wichtiger Bestandteil vieler Kleidungsstücke. Er verhindert, dass der Stoff ausfranst, und sorgt gleichzeitig für ein ordentliches und professionelles Aussehen. Auch ohne Nähmaschine lässt sich ein Kleidungsstück problemlos von Hand säumen.

Das Nähen eines Saums ist eine der wichtigsten Grundlagen des Handnähens und eignet sich hervorragend für Anfänger. Mit einer Nadel, etwas Garn und ein wenig Geduld können Sie Hosen, Röcke, Kleider, Ärmel und andere Kleidungsstücke selbst säumen.

In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen Kleidungsstücksaum von Hand herstellen.

Was ist ein Saum?

Ein Saum ist eine nach innen gefaltete Stoffkante, die festgenäht wird.

Er erfüllt mehrere wichtige Aufgaben:

  • Er verhindert das Ausfransen des Stoffes.
  • Er schützt die Stoffkante.
  • Er sorgt für eine saubere Optik.
  • Er kann die Länge eines Kleidungsstücks verändern.
  • Er kann als dekoratives Element dienen.

Je nach Stoff und Kleidungsstück kann ein Saum schmal oder breiter sein.

Das benötigte Material

Für einen einfachen Handsaum benötigen Sie:

  • Das Kleidungsstück
  • Eine passende Handnähnadel
  • Nähgarn
  • Stoffschere
  • Maßband
  • Schneiderkreide oder Stoffmarker
  • Stecknadeln oder Stoffklammern
  • Bügeleisen
  • Bügelbrett oder geeignete Bügelunterlage

Ein Nahttrenner kann ebenfalls hilfreich sein, wenn ein vorhandener Saum geöffnet werden muss.

Schritt 1: Das Kleidungsstück vorbereiten

Waschen und trocknen Sie das Kleidungsstück entsprechend den Pflegehinweisen des Materials.

Legen Sie es anschließend auf eine ebene Fläche.

Bügeln Sie den Stoff, damit keine Falten vorhanden sind.

Ein glatter Stoff lässt sich wesentlich leichter messen, falten und nähen.

Schritt 2: Die gewünschte Saumlänge bestimmen

Wenn Sie einen vorhandenen Saum verändern möchten, probieren Sie das Kleidungsstück zunächst an.

Stecken Sie die gewünschte Länge mit Stecknadeln fest.

Bei Hosen sollten Sie die Länge mit den Schuhen überprüfen, die Sie normalerweise dazu tragen.

Bei Röcken oder Kleidern können Sie vor einem Spiegel kontrollieren, ob die gewünschte Länge gleichmäßig aussieht.

Schritt 3: Die Saumlinie markieren

Ziehen Sie das Kleidungsstück aus und legen Sie es wieder flach hin.

Messen Sie von der unteren Kante bis zur gewünschten Saumlinie.

Markieren Sie die Linie mit Schneiderkreide oder einem geeigneten Stoffmarker.

Kontrollieren Sie die Markierung rund um das gesamte Kleidungsstück.

Bei Hosen oder Ärmeln sollten beide Seiten gleich lang sein.

Schritt 4: Die Saumzugabe bestimmen

Planen Sie ausreichend Stoff für den Saum ein.

Ein schmaler Saum benötigt weniger Stoff als ein breiter Saum.

Bei einem einfachen Saum können Sie die Kante einmal oder zweimal nach innen falten.

Wenn der Stoff stark ausfranst, ist ein doppeltes Umschlagen besonders praktisch, weil die Schnittkante dadurch im Inneren verschwindet.

Schritt 5: Überschüssigen Stoff abschneiden

Wenn das Kleidungsstück deutlich zu lang ist, schneiden Sie den überschüssigen Stoff vorsichtig ab.

Verwenden Sie eine scharfe Stoffschere.

Schneiden Sie möglichst gleichmäßig entlang der markierten Linie.

Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie zunächst etwas mehr Stoff stehen. Kürzen können Sie später immer noch.

Schritt 6: Die Stoffkante vorbereiten

Falten Sie die untere Stoffkante nach innen.

Bügeln Sie die Falte vorsichtig.

Dadurch entsteht eine klare und gerade Kante.

Wenn der Stoff stark ausfranst, können Sie die Kante zusätzlich mit einem Überwendlichstich sichern.

Schritt 7: Den Saum ein zweites Mal falten

Für einen besonders sauberen Saum können Sie die Kante erneut nach innen falten.

Die rohe Stoffkante befindet sich dann zwischen den beiden Stofflagen und ist von außen nicht sichtbar.

Bügeln Sie die zweite Falte.

Fixieren Sie den Saum mit Stecknadeln.

Schritt 8: Den passenden Faden auswählen

Wählen Sie einen Faden, der möglichst gut zur Farbe und Stärke des Stoffes passt.

Für einen unauffälligen Saum sollte die Garnfarbe dem Stoff ähnlich sein.

Bei einem dekorativen Saum können Sie dagegen eine kontrastierende Farbe wählen.

Der Faden sollte außerdem zur Nadel und zum Material passen.

Schritt 9: Den Saumstich vorbereiten

Fädeln Sie den Faden in die Nadel.

Machen Sie am Ende des Fadens einen kleinen Knoten.

Beginnen Sie am besten an einer weniger sichtbaren Stelle, beispielsweise an einer Seitennaht.

So fällt ein möglicher Anfang der Naht später weniger auf.

Schritt 10: Den Saum von Hand nähen

Für einen unauffälligen Saum eignet sich ein kleiner Saumstich.

Stechen Sie die Nadel zunächst von der Innenseite durch die gefaltete Saumkante.

Nehmen Sie anschließend nur wenige Fasern des Hauptstoffes auf.

Ziehen Sie den Faden vorsichtig durch.

Wiederholen Sie den Vorgang entlang der gesamten Kante.

Die Stiche sollten klein und gleichmäßig sein.

Schritt 11: Nicht zu fest ziehen

Ziehen Sie den Faden nur so weit an, dass der Saum sicher befestigt ist.

Wenn Sie zu stark ziehen, kann sich der Stoff zusammenziehen.

Der Saum sollte flach liegen und sich natürlich bewegen können.

Schritt 12: Rund um den Saum nähen

Arbeiten Sie langsam rund um das gesamte Kleidungsstück.

Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Saumbreite gleichmäßig bleibt.

Bei einem runden Kleidungsstück wie einem Rock sollten Sie besonders darauf achten, dass sich der Stoff nicht zusammenzieht.

Schritt 13: Ecken sauber nähen

Bei Kleidungsstücken mit geraden Ecken müssen die Falten besonders sorgfältig vorbereitet werden.

Falten Sie die Ecke sauber nach innen.

Bügeln Sie sie.

Nähen Sie anschließend die Ecke mit kleinen Stichen fest.

Eine gut vorbereitete Ecke sorgt für ein professionelleres Ergebnis.

Schritt 14: Den Faden sichern

Wenn Sie wieder am Anfang angekommen sind, sichern Sie den Faden.

Nähen Sie zwei oder drei kleine Stiche an derselben Stelle.

Machen Sie anschließend einen kleinen Knoten auf der Innenseite.

Schneiden Sie den überschüssigen Faden ab.

Schritt 15: Den fertigen Saum bügeln

Bügeln Sie den fertigen Saum vorsichtig.

Dadurch wird die Kante glatt und ordentlich.

Verwenden Sie die für den Stoff geeignete Bügeltemperatur.

Bei empfindlichen Materialien sollten Sie besonders vorsichtig sein.

Verschiedene Handstiche für Säume

Nicht jeder Saum muss auf dieselbe Weise genäht werden.

Saumstich

Der Saumstich ist besonders geeignet, wenn die Naht von außen möglichst unsichtbar sein soll.

Er eignet sich für:

  • Röcke
  • Kleider
  • Hosen
  • Ärmel
  • Tischtextilien

Vorstich

Der Vorstich ist einfach und schnell zu lernen.

Er eignet sich für einfache Näharbeiten und kann bei weniger stark beanspruchten Säumen verwendet werden.

Rückstich

Der Rückstich ist stabiler und eignet sich für stärker beanspruchte Nähte.

Er kann beispielsweise bei robusteren Kleidungsstücken verwendet werden.

Überwendlichstich

Der Überwendlichstich wird häufig verwendet, um Stoffkanten vor dem Ausfransen zu schützen.

Er kann besonders bei Stoffen hilfreich sein, deren Kanten stark ausfransen.

Einen schmalen Saum nähen

Ein schmaler Saum eignet sich für feine Stoffe und Kleidungsstücke, bei denen die Kante möglichst unauffällig bleiben soll.

Falten Sie die Kante nur wenig nach innen.

Bügeln Sie die Falte.

Nähen Sie sie mit sehr kleinen Stichen fest.

Arbeiten Sie besonders langsam, damit der Saum gleichmäßig bleibt.

Einen breiten Saum nähen

Ein breiter Saum eignet sich beispielsweise für manche Röcke, Kleider oder schwere Stoffe.

Markieren Sie die gewünschte Saumbreite.

Falten Sie den Stoff nach innen.

Bügeln Sie die Falte.

Fixieren Sie den Saum.

Nähen Sie ihn anschließend mit geeigneten Handstichen fest.

Einen Saum an einer Hose nähen

Bei Hosen ist die richtige Länge besonders wichtig.

Probieren Sie die Hose zunächst an.

Markieren Sie die gewünschte Länge.

Ziehen Sie die Hose aus und messen Sie beide Hosenbeine.

Kürzen Sie den Stoff bei Bedarf.

Falten Sie die Kante nach innen und bügeln Sie sie.

Nähen Sie den Saum mit kleinen Stichen fest.

Überprüfen Sie anschließend, ob beide Hosenbeine gleich lang sind.

Einen Saum an einem Rock oder Kleid nähen

Bei einem Rock oder Kleid kann die Saumlinie rundherum leicht ungleichmäßig werden.

Legen Sie das Kleidungsstück flach aus und kontrollieren Sie die Länge an mehreren Stellen.

Bei einem weit ausgestellten Rock sollten Sie besonders vorsichtig falten, damit sich der Stoff nicht zusammenzieht.

Ein schmaler Saum kann bei stark gerundeten Kanten leichter zu verarbeiten sein.

Einen Ärmelsaum nähen

Auch Ärmel können von Hand gesäumt werden.

Drehen Sie das Kleidungsstück auf links.

Falten Sie die Ärmelkante nach innen.

Bügeln Sie die Falte.

Nähen Sie den Saum vorsichtig fest.

Achten Sie darauf, nicht versehentlich beide Seiten des Ärmels zusammenzunähen.

Tipps für Anfänger

Nehmen Sie sich beim Messen ausreichend Zeit.

Verwenden Sie eine scharfe Schere.

Bügeln Sie jede Falte vor dem Nähen.

Verwenden Sie kleine und gleichmäßige Stiche.

Ziehen Sie den Faden nicht zu fest.

Beginnen Sie an einer unauffälligen Stelle.

Üben Sie zunächst an einem alten Kleidungsstück oder Stoffrest.

Häufige Fehler vermeiden

Der Saum ist unterschiedlich breit

Messen Sie die Saumbreite an mehreren Stellen und markieren Sie sie sorgfältig.

Der Stoff zieht sich zusammen

Ziehen Sie den Faden weniger stark an und verwenden Sie kleinere, gleichmäßige Stiche.

Die Naht ist von außen sichtbar

Verwenden Sie einen möglichst unauffälligen Saumstich und nehmen Sie nur wenige Fasern des Oberstoffes auf.

Die Kante franst aus

Falten Sie die Kante doppelt oder sichern Sie sie vorher mit einem geeigneten Kantenstich.

Die Hose oder der Rock ist nach dem Kürzen ungleich lang

Kontrollieren Sie beide Seiten vor dem endgültigen Abschneiden und Nähen.

Eine einfache Übung für Anfänger

Wenn Sie noch nie einen Saum von Hand genäht haben, beginnen Sie mit einem Stoffrest.

Schneiden Sie ein kleines Rechteck aus Baumwollstoff.

Falten Sie eine Kante nach innen.

Bügeln Sie sie.

Falten Sie sie ein zweites Mal.

Nähen Sie die Kante mit kleinen Saumstichen fest.

Wiederholen Sie die Übung, bis die Stiche gleichmäßig aussehen.

Danach können Sie sich an ein echtes Kleidungsstück wagen.

Fazit

Einen Kleidungsstücksaum von Hand zu nähen ist eine nützliche Grundtechnik, die auch Anfänger schnell erlernen können. Mit einer passenden Nadel, einem geeigneten Garn und etwas Geduld lässt sich ein sauberer und stabiler Saum herstellen.

Der Schlüssel zu einem guten Ergebnis liegt in der Vorbereitung: Messen Sie die gewünschte Länge sorgfältig, markieren Sie die Saumlinie, falten und bügeln Sie die Kante und arbeiten Sie anschließend mit kleinen, gleichmäßigen Stichen.

Wenn Sie regelmäßig an Stoffresten üben, werden Ihre Nähte schnell sicherer. Schon bald können Sie Hosen, Röcke, Kleider, Ärmel und viele andere Kleidungsstücke selbst von Hand säumen.

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