Ein Zierkissen von Hand zu nähen ist ein schönes und kreatives Projekt für Anfänger. Dafür braucht man keine Nähmaschine. Mit etwas Stoff, Nadel und Faden sowie einigen einfachen Nähtechniken können Sie ein individuelles Kissen für das Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Kinderzimmer herstellen.
Ein selbst genähtes Zierkissen kann außerdem wunderbar personalisiert werden. Sie können bunte Stoffe auswählen, verschiedene Muster kombinieren oder das Kissen mit Stickereien, Applikationen und dekorativen Nähten verzieren.
In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie ein einfaches Zierkissen von Hand nähen können.
Warum ein Zierkissen selbst nähen?
Ein handgenähtes Kissen ist nicht nur dekorativ, sondern auch eine gute Möglichkeit, wichtige Grundlagen des Nähens zu üben.
Bei diesem Projekt lernen Sie:
- Stoff zu messen und zuzuschneiden
- Stoffkanten zu verarbeiten
- Gerade Nähte zu nähen
- Stoffteile zusammenzufügen
- Ecken sauber zu gestalten
- Nähte zu verstärken
- Eine Kissenhülle zu dekorieren
Das Projekt lässt sich außerdem leicht an verschiedene Größen und Stoffarten anpassen.
Das benötigte Material
Für ein einfaches Zierkissen benötigen Sie:
- Baumwollstoff oder Dekostoff
- Eine stabile Handnähnadel
- Passendes Nähgarn
- Stoffschere
- Maßband oder Lineal
- Schneiderkreide oder auswaschbaren Stoffmarker
- Stecknadeln oder Stoffklammern
- Bügeleisen
- Kissenfüllung oder ein fertiges Innenkissen
Optional können Sie Stickgarn, Knöpfe, Bänder oder Stoffreste zur Dekoration verwenden.
Die richtige Stoffauswahl
Für Anfänger eignet sich Baumwollstoff besonders gut.
Er ist:
- leicht zu schneiden
- einfach zu nähen
- in vielen Farben erhältlich
- relativ pflegeleicht
- gut für dekorative Projekte geeignet
Sie können auch Leinen oder einen mittelschweren Dekostoff verwenden.
Sehr dehnbare Stoffe sind für das erste Projekt weniger geeignet, da sie beim Nähen schwieriger zu kontrollieren sein können.
Schritt 1: Die Größe des Kissens bestimmen
Legen Sie zunächst fest, wie groß Ihr fertiges Kissen sein soll.
Ein häufig verwendetes Format ist beispielsweise 40 × 40 cm.
Sie können aber auch ein anderes Maß wählen.
Für ein Kissen mit 40 × 40 cm sollte die Stoffgröße etwas größer sein, damit Sie Platz für die Nähte haben.
Eine einfache Kissenhülle kann aus zwei Stoffquadraten hergestellt werden.
Schritt 2: Den Stoff zuschneiden
Legen Sie den Stoff auf eine saubere, ebene Fläche.
Markieren Sie zwei gleich große Quadrate.
Wenn Ihr fertiges Kissen beispielsweise 40 × 40 cm groß sein soll, können Sie für die Nahtzugabe rundherum einige Zentimeter zusätzlich einplanen.
Schneiden Sie beide Stoffstücke sorgfältig aus.
Verwenden Sie eine scharfe Stoffschere, damit die Kanten möglichst gerade werden.
Schritt 3: Den Stoff bügeln
Bügeln Sie die beiden Stoffstücke vor dem Zusammennähen.
Ein glatter Stoff lässt sich leichter ausrichten und nähen.
Wenn die Stoffkanten stark ausfransen, können Sie sie mit einem Überwendlichstich oder einem anderen geeigneten Kantenstich sichern.
Schritt 4: Die Stoffstücke aufeinanderlegen
Legen Sie die beiden Stoffstücke mit den schönen Seiten aufeinander.
Die Innenseiten des Stoffes zeigen nun nach außen.
Richten Sie die Kanten sorgfältig aus.
Fixieren Sie die Stoffstücke mit Stecknadeln oder Stoffklammern.
Lassen Sie eine Öffnung an einer Seite frei.
Durch diese Öffnung wird später das Kissen gewendet und gefüllt.
Schritt 5: Die Seiten zusammennähen
Fädeln Sie einen passenden Faden in die Nadel.
Beginnen Sie an einer Ecke.
Ein Rückstich eignet sich besonders gut, weil er eine stabile Naht erzeugt.
Nähen Sie langsam entlang der ersten Seite.
Arbeiten Sie anschließend entlang der zweiten und dritten Seite.
Nähen Sie auch die vierte Seite, lassen Sie aber eine ausreichend große Öffnung zum Wenden und Füllen.
Schritt 6: Die Ecken verstärken
An den vier Ecken treffen mehrere Nähte aufeinander.
Nähen Sie dort besonders sorgfältig.
Sie können die Ecken mit einigen zusätzlichen Stichen verstärken.
Achten Sie darauf, nicht über die Nahtzugabe hinauszunähen.
Schritt 7: Das Kissen wenden
Nachdem drei Seiten und ein großer Teil der vierten Seite genäht wurden, können Sie die Kissenhülle wenden.
Drehen Sie den Stoff vorsichtig auf die rechte Seite.
Drücken Sie die Ecken vorsichtig mit den Fingern heraus.
Verwenden Sie keine scharfen Gegenstände, um die Ecken herauszudrücken, da diese den Stoff beschädigen könnten.
Schritt 8: Die Kissenfüllung einsetzen
Nun können Sie das Innenkissen oder die Füllung einsetzen.
Wenn Sie ein fertiges Innenkissen verwenden, schieben Sie es vorsichtig durch die Öffnung.
Bei loser Füllung verteilen Sie das Material gleichmäßig.
Füllen Sie das Kissen nicht zu stark, wenn Sie eine weichere Form bevorzugen.
Schritt 9: Die Öffnung schließen
Falten Sie die offenen Stoffkanten nach innen.
Bügeln Sie die Kante vorsichtig, wenn nötig.
Fixieren Sie die Öffnung mit Stecknadeln.
Schließen Sie sie anschließend mit kleinen, möglichst unauffälligen Handstichen.
Ein Matratzenstich oder Leiterstich eignet sich besonders gut, weil die Naht von außen kaum sichtbar ist.
Schritt 10: Das fertige Kissen formen
Schütteln und kneten Sie das Kissen vorsichtig.
Verteilen Sie die Füllung gleichmäßig in den Ecken.
Kontrollieren Sie anschließend die Nähte.
Wenn eine Ecke nicht richtig ausgeformt ist, können Sie sie vorsichtig mit den Fingern korrigieren.
Einfache Handstiche für ein Zierkissen
Für dieses Projekt benötigen Sie keine komplizierten Stiche.
Rückstich
Der Rückstich eignet sich für die Hauptnähte des Kissens.
Er ist stabil und relativ einfach zu lernen.
Vorstich
Der Vorstich ist einer der einfachsten Handstiche.
Er kann für leichte Stoffe und dekorative Nähte verwendet werden.
Überwendlichstich
Mit dem Überwendlichstich lassen sich Stoffkanten gegen Ausfransen sichern.
Leiterstich
Der Leiterstich eignet sich hervorragend zum Schließen der Wendeöffnung.
Ein dekoratives Kissen gestalten
Jetzt kommt der kreative Teil.
Sie können Ihr Zierkissen auf viele verschiedene Arten dekorieren.
Blumenstickerei
Sticken Sie kleine Blumen auf die Vorderseite.
Verwenden Sie beispielsweise Grün für Stiele und Blätter und verschiedene Farben für die Blüten.
Sterne und Herzen
Einfache Sterne, Herzen oder andere Formen können mit Rückstich auf den Stoff gestickt werden.
Stoffapplikationen
Schneiden Sie Formen aus Filz oder Baumwollstoff aus und nähen Sie sie auf die Vorderseite.
Mögliche Motive sind:
- Tiere
- Blumen
- Wolken
- Sterne
- Herzen
- Buchstaben
- Blätter
Bunte Bänder
Ein farbiges Band kann als dekorativer Rand oder als kleines Detail verwendet werden.
Ein Zierkissen für Kinder
Ein selbst genähtes Kissen eignet sich auch hervorragend für ein Kinderzimmer.
Wählen Sie einen fröhlichen Stoff mit Tieren, Sternen oder bunten Formen.
Sie können das Kissen zusätzlich mit dem Namen des Kindes besticken.
Bei Projekten für kleine Kinder sollten lose Kleinteile wie kleine Knöpfe oder Perlen vermieden werden, wenn sie sich lösen könnten.
Ein Patchwork-Zierkissen
Wenn Sie mehrere Stoffreste haben, können Sie ein Patchwork-Kissen herstellen.
Schneiden Sie mehrere gleich große Stoffstücke aus.
Nähen Sie sie zunächst zu Reihen zusammen.
Verbinden Sie anschließend die Reihen.
So entsteht eine bunte Vorderseite.
Für Anfänger sind einfache Quadrate besonders leicht zu verarbeiten.
Ein Kissen mit Umschlagverschluss
Wenn Sie keine dauerhafte Öffnung nähen möchten, können Sie eine Kissenhülle mit einem Umschlagverschluss herstellen.
Dabei überlappen sich zwei Stoffstücke auf der Rückseite.
Das Innenkissen kann dadurch leicht herausgenommen werden.
Diese Variante ist besonders praktisch, wenn die Kissenhülle regelmäßig gewaschen werden soll.
Tipps für Anfänger
Messen Sie den Stoff sorgfältig.
Schneiden Sie möglichst gerade.
Bügeln Sie den Stoff vor dem Nähen.
Verwenden Sie einen Faden, der zum Stoff passt.
Nähen Sie kleine, gleichmäßige Stiche.
Ziehen Sie den Faden nicht zu stark an.
Verstärken Sie die Ecken.
Lassen Sie eine ausreichend große Öffnung zum Wenden.
Häufige Fehler vermeiden
Zu kleine Nahtzugabe
Wenn die Nahtzugabe zu klein ist, kann die Naht leichter ausreißen.
Zu enge Ecken
Nähen Sie die Ecken sorgfältig und achten Sie auf eine saubere Nahtführung.
Zu viel Füllung
Eine überfüllte Kissenhülle kann an den Nähten stark unter Spannung stehen.
Unregelmäßige Stiche
Versuchen Sie, die Stiche ungefähr gleich groß zu machen.
Öffnung zu klein lassen
Eine kleine Öffnung kann das Wenden und Füllen unnötig schwierig machen.
Ein einfaches Anfängerprojekt
Wenn dies Ihr erstes Kissenprojekt ist, beginnen Sie mit einem einfachen quadratischen Modell.
Sie benötigen:
- Zwei Stoffquadrate
- Nadel und Garn
- Stoffschere
- Stecknadeln
- Kissenfüllung
- Ein Bügeleisen
Legen Sie die Stoffstücke rechts auf rechts.
Nähen Sie drei Seiten vollständig.
Nähen Sie die vierte Seite teilweise und lassen Sie eine Öffnung.
Wenden Sie die Hülle.
Füllen Sie das Kissen.
Schließen Sie anschließend die Öffnung mit kleinen Handstichen.
Schon mit diesen einfachen Schritten entsteht ein schönes selbst genähtes Zierkissen.
Weitere kreative Ideen
Sobald Sie das Grundmodell beherrschen, können Sie verschiedene Designs ausprobieren.
Nähen Sie ein Blumenkissen mit bunten Stickereien.
Gestalten Sie ein Sternenkissen für ein Kinderzimmer.
Erstellen Sie ein Patchwork-Kissen aus Stoffresten.
Nähen Sie ein personalisiertes Kissen mit Namen oder Initialen.
Gestalten Sie ein Saisonkissen für Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.
Sie können sogar mehrere Kissen in unterschiedlichen Farben nähen und als dekoratives Set kombinieren.
Fazit
Ein Zierkissen von Hand zu nähen ist ein ideales Projekt für Anfänger. Sie lernen dabei wichtige Grundlagen wie Zuschneiden, Ausrichten, Handnähen, Wenden und das saubere Schließen einer Naht.
Beginnen Sie mit einem einfachen quadratischen Kissen aus Baumwollstoff. Arbeiten Sie langsam und messen Sie sorgfältig. Mit wenigen grundlegenden Stichen können Sie eine stabile und schöne Kissenhülle herstellen.
Wenn das Grundmodell fertig ist, können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Stickereien, Applikationen, Patchwork und farbenfrohe Stoffe machen aus einem einfachen Zierkissen ein individuelles handgemachtes Stück.




